Abschied von der Inselwelt

zusammenManchmal sehen wir sie noch, die Buckelwale, wie sie außerhalb der Lagune aus dem Meer springen, senkrecht nach oben und dann mit einem kräftigen Platsch wieder abtauchen, oder wie sie beim Atmen Fontänen sprühen. Aber ihre Zeit in den warmen Gewässern Tongas, die im Juni begonnen hat, ist nun vorüber. Sie werden zurück in die Antarktis ziehen, ihre Jungtiere haben in den vergangenen Monaten genügend Speckschicht ausgebildet. (weiterlesen…)


Auf der Suche nach den Petroglyphen

petroglyphen3In einer Hafenbar in Tongas Hauptstadt Nuku’alofa hatte uns ein Segler vor fast einem Jahr im Scherz zugeflüstert: „Ihr seid doch sicherlich verrückte Schatzsucher, oder?“ Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass er später nahe dran an der Wahrheit liegt. Die Prophezeiung, denken wir heute an ihn zurück. (weiterlesen…)


Segler mit Schokolade

calamia5Wenn wir nicht Fotos von diesem Ereignis gemacht hätten, würden wir nicht glauben, dass es stattgefunden hat. Eines schönen Tages taucht auf einmal dieser weiße Fleck am hintersten Eck des Horizonts auf – und obwohl noch so klein, ist er umrahmt vom Blau des Meeres und wolkenlosem Himmel kaum zu übersehen. Wir gehen aufgeregt das Fernrohr holen und unsere Vermutung wird schnell Gewissheit: Es ist das gespannte Segel eines Katamarans, der auf uns zukommt. (weiterlesen…)


Speerfischer zu Besuch

locals
“Da ist ein Mensch.“ Nina springt mir aufgeregt entgegen, als wir gerade an einem unserer Pfade frei räumen. Jetzt sehe ich es auch – unten, am Strand, da bewegt sich etwas. „Das darf nicht wahr sein, ich habe doch gar keine Hose dabei“, sage ich und wir entscheiden im selben Moment, den ins Inselinnere zurück versetzten Weg als Rennstrecke zur Hütte zu nehmen, wo die nassen Klamotten auf der Wäscheleine hängen. (weiterlesen…)


Mit Kompass durch das Inseldickicht

Adrian steht auf einer kleinen Palme am südwestlichen Strand der Insel.

Die Orientierung auf der Insel ist so eine Sache. Immer wieder in den ersten Monaten bin ich auf dem Weg durch den Dschungel an der gleichen Stelle rausgekommen, wo ich Stunden zuvor mit einer Machete bewaffnet losgezogen war. Dann war viel Mühe umsonst – und meine Laune gesunken. Neuerdings, seit ich auf diesen Erkundungstouren einen Kompass mitnehme, klappt es besser. Endlich bekommen wir einen wirklichen Überblick über den doch eigentlich von der Fläche her überschaubar großen Ort (30 Hektar) an dem wir immerhin seit einem halben Jahr leben. Ein Rundgang in Worten.

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Sommerresidenz aus Palmwedeln

fischen1Es liegt mal wieder eine Portion Arbeit vor uns, aber das Vorhaben lohnt sich. Dicke, drei Meter hohe Astgabeln habe ich bereits aus dem Busch herangeschleppt, und eine Ansammlung junger Kokosnusspalmen, wo ich später Palmwedel abschlagen werde, ist auch gefunden. Wir bauen uns eine Hütte am anderen Ende unserer Insel – nach Vorbild eines tongaischen „Fale“. Eine Art Sommerresidenz. Das hatten wir schon monatelang vor, aber immer wieder vertagt. (weiterlesen…)


Schweißtreibende Ernte im Südseegarten

ernte3Die Natur in der Südsee lässt sich nicht einschüchtern, es ist erstaunlich. Bäume und Pflanzen auf unserer Insel sind nach dem Zyklon, der unser Inselarchipel heimgesucht hat, über Nacht wiederauferstanden. Überall ragen grüne Triebe in die Höhe, viele Bananenstauden und Papayas tragen schon die nächsten Früchte. Nur das Gemüse im Garten braucht etwas länger – aber immerhin, Gurken, Tomaten und Chinakohl sind fast reif zur Ernte. Besonders freut uns, dass zu unserem Gartenglück bald auch Wassermelonen beitragen, mit denen wir nicht gerechnet hätten. (weiterlesen…)


Der Tag, an dem der Zyklon kam

Zyklon über Tonga

Die Nachricht erreicht uns zwei Tage zuvor. Das Satellitentelefon klingelt, was äußerst selten vorkommt. Ein Freund, der für uns regelmäßig im Internet nach der Wettervorhersage in der Südsee schaut, ist dran. Er wolle uns nur informieren, dass gerade ein Tiefdruckgebiet über Samoa nach Tonga ziehe, noch im Stadium einer tropischen Depression. Und so solle es der Wettervorhersage nach auch bleiben. Wir haben keine Ahnung, dass sich dieser Sturm zu einem starken Zyklon entwickeln wird.

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Solarparty am weißen Strand

solarkocherDie Raumstation ist direkt bei uns auf der Sandspitze gelandet. Sie leuchtet so grell, dass wir uns ohne Sonnenbrille nicht nähern können. Wenn das jemand sehen könnte, er würde sich wohl verwundert die Augen reiben. Eine Fata Morgana auf der Insel? (weiterlesen…)


Erst Arbeit, dann Hängematte

inselpfad2Wir sind da. Die Kokosnusspalmen ragen vor uns in den Himmel, werfen ihre Schatten auf den Strand und sind nicht mehr so unnahbar zur grünen Masse verschwommen wie aus der Ferne. Raus aus dem Boot, barfuß in den Sand. Columbus-Feeling. Am liebsten wäre ich auf die Knie gesunken und hätte eine Flagge gehisst. Hatte nur keine dabei. Das ist unsere Insel! Mit Besitzansprüchen sind wir schnell – bei diesem Anblick. Wie viele Monate haben wir warten müssen, um wieder in einer entlegenen Lagune zu sein. (weiterlesen…)


Aufbruch ins Paradies

versorgung

Es hat ein bisschen länger gedauert, als wir erwartet haben. Aber jetzt haben wir unsere einsame Insel endlich gefunden. Sie liegt sehr abgeschieden in der Ha‘apei Group, mehr als 100 Kilometer von Tongas Hauptinsel Tongatapu entfernt. Ein breiter Sandstrand umzieht sie, an manchen Stellen ragen Felsen aus dem Wasser, unter den Bäumen in der Mitte findet sich saftige Erde. Das Wasser ist türkisblau. Wenn schon, dann das volle Klischee. Diese Insel ist genau, was wir gesucht haben – und mit etwa 800 Meter Länge und 200 Meter Breite ganz überschaubar. (weiterlesen…)


Zurück auf die einsame Insel

vogelperspektive
Es ist vermutlich ein Fehler gewesen, Fotos von unserer Traumwelt in der Wohnung aufzuhängen. Von weißen Stränden, von Kokoscocktails unterm Palmendach, von erfolgreichen Fischzügen, von Meeresschildkröten. So blieb uns das letzte Jahr über nichts anderes übrig, als jeden Tag von Neuem erinnert zu werden. An jene Zeit, die noch gar nicht so lang vergangen war. Und an jene Zeit, die wir so sehr vermissen. (weiterlesen…)


Globetrotter des Jahres

briefkasteninsel

Auf unserer Insel hatten wir nie Post im Briefkasten. Das ist jetzt wieder anders. Zum Glück sind nicht nur Rechnungen dabei.

Einen Brief wie diesen bekommt man gerne: Das Unternehmen Globetrotter – der größte Outdoor-Händler Europas – hat uns zu den Globetrottern des Jahres ernannt.

Wir freuen uns riesig!

„Ein Jahr Auszeit in der Südsee – reicht das, um Globetrotter des Jahres zu werden?“, heißt es in der neuen Ausgabe des 4-Seasons-Magazins, das von Globetrotter herausgegeben wird. Die Antwort folgt sogleich: „Es reicht.“ Unser Zeitvertreib auf den Fidschi-Inseln sei ein Musterbeispiel für modernes Sehnsuchts-Management.

Wir lebten die ersten sechs Monate unseres Aufenthalts in Fidschi auf einer bergigen Insel mit einigen Dörfern in ihren abgelegenen Buchten, die letzten Monate auf einer einsamen Insel weit weg von jeglicher Zivilisation, auf der Landkarte klein wie ein Sandkorn. Eine unvergessliche Reise in eine völlig surreale Welt. Wie wir leider ein knappes Jahr nach unserer Rückkehr vom Südsee-Archipel nach Deutschland aus eigener Erfahrung wissen, vergeht die Sehnsucht nicht. Und wir rechnen auch nicht damit, dass das je so sein wird.

Globetrotter will mit diesem Preis „die Leistung von Individualisten honorieren, die Länder nicht im Schnellgang abhaken, sondern die sich für ein Schwerpunktthema engagieren“, wie auf der Website des Unternehmens mit Sitz in Hamburg zu lesen ist. „Reisende, die sich mit Land und Leuten auseinandersetzen, sich mit Kultur und Geschichte beschäftigen.“ Man wolle nicht die sportliche Höchstleistung prämieren, sondern das sanfte Reisen fördern.

Vielen Dank an die Jury, dass die Wahl auf uns gefallen ist.


Und dann siehst du es

Der graue Nebelvorhang dieser Welt zieht sich zurück und alles verwandelt sich in silbernes Glas.

Und dann siehst du es.

Weiße Strände.

Und dahinter ein fernes grünes Land hinter einer rasch aufgehenden Sonne.

(Gandalf zu Pippin, Herr der Ringe, Teil 3)


 
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